Karl Neukauf - Papperlapapp (CD) (5871715025049)

Karl Neukauf - Papperlapapp (CD)

TZ386

Normaler Preis €12,95
/
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Zuerst das langsame Schnaufen eines Akkordeons, in die Tasten gehauene Klavierakkorde, die Gitarre kommt angeflogen, der präparierte Flügel macht auf Xylofon und dann dieses tiefe Timbre: „Komm wir fahren Paternoster, ist so’n schöner Tag im Maien, sein blaues Band & Dich bei der Hand, fast zu schön, um wahr zu sein“. So beginnt „Papperlapp“, das dritte Album des Berliner Rock-Chansonniers Karl Neukauf.
Und elf Songs später hat man einen neuen Musikhelden. King Karl, der mit unterirdisch tiefer Stimme wunderbar charmante Geschichten erzählt und das alles von ihm geschrieben, getextet und – von wenigen Ausnahmen abgesehen – auch selbst gespielt. Karl Neukauf – hellhörigen Zeitgenossen schon 2010 durch sein gleichnamiges Debüt „Karl Neukauf“ und den Nachfolger „Blaue Erbsen“ (2012) aufgefallen – kommt aus Kassel und lebt in Berlin.
Eigenwillig sperrig klingt er, wie in „Deine Welt durch meine Augen oder kraftwerkartig tönend beschreibt er die Albträume eines Wohnungssuchenden in „Stuck & Hohe Decken“.
Neukauf bewegt sich bei seinen musikalischen Streifzügen in einem Spannungsfeld zwischen early Rolling Stones, Hildegard-Knef-Chanson und Rumpel-Rock à la Nick Cave und Tom Waits. Egal, wie ausgefuchst die Arrangements auch daher kommen, es klingt nach sympathischem Understatement. Doch der musikalische Allrounder ist kein Rookie. Er weiß genau, was er da macht, und er macht es grandios. Klavier, Synthesizer, Mellotron, Wurlitzer, Schlagzeug, Zahnbürste und Milchschäumer usw. – nur selten bittet der (im besten Sinne des Wortes) Alleinunterhalter Kollegen in sein Heimstudio. Neukauf trägt – siehe das „Papperlapp“-Cover – bevorzugt Existenzialisten-Schwarz, dazu dunkel getönte Brille und Kippe im Mund. Wer ihm begegnet, kann nicht glauben, dass dieser Schlaks mit dem jungenhaften Gesicht schon 33 Jahre sein soll. Ist auch wurscht! Wer mit ihm spricht, ist überrascht, wie klug und sympathisch dieser Typ ist.
Er kennt seine Stones, schätzt Niedecken und Lindenberg, liebt Hildegard. Kein Wunder, dass der Rock-Chansonnier nicht nur musikalisch, sondern auch textlich eine Entdeckung ist. Er wortspielt gerne und gut, er vermischt Geträumtes mit Alltagsbeobachtungen und kommt an dem allzu Vorhersagbaren stets vorbei. Selbst bei vordergründig einfachen Zeilen, kommt der Widerhaken: „Alles ist fröhlich, alles ist heiter mal biste blöde, mal biste gescheiter(t)“. Ach ja, fast vergessen: Diese Stimme, über die King Karl verfügt, ist der Hammer.
Tief, dunkel, sonor, verführerisch, Bariton, 80 Prozent Kakao.

01 Paternoster
02 Katharina
03 Flaschenpost
04 Am Ende des Tages
05 Alles ist möglich
06 Einzig & Allein
07 Deine Welt durch meine Augen
08 Bevor die letzten Züge gehen
09 Stuck & hohe Decken
10 Momente aus dem Marmeladenglas
11 Herbst liegt über den Dächern